Juliats verspannte Probe zerreißt

Im Schweigen der Berliner Philharmonie entzündet sich das Feuer einer Geigerin zu verbotenem Hingabe.

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Julias Celloflüstern entfacht verbotene Kadenzen

EPISODE 1

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Die Saiten bebten unter Julia Schmidts Bogen, doch es war das Feuer in ihren grünen Augen, das mich gefangen hielt. Im schattigen Probenraum der großen Berliner Philharmonie knisterte unser Streit um Beethovens Sonate wie Strom. Sie forderte mich heraus, elegant und unnachgiebig, ihr erdbeergeblondes Haar fing das schwache Licht ein. Ich ahnte nicht, dass diese Spannung uns beide in eine Symphonie roher Begierde zerreißen würde. Der Probenraum in Berlins Philharmonie fühlte sich an jenem Abend wie ein Druckkochtopf an, die Luft dick vom Duft polierten Holzes und Kolophonium. Julia Schmidt war erst an diesem Morgen aus Wien eingetroffen, ihren Geigenkasten wie einen Schild umklammert, und vom ersten Einsatz an flogen die Funken. Sie war vierundzwanzig, pure schlanke athletische Anmut in eleganter Trotzhaltung – erdbeergeblondes Haar glatt und gerade bis zu den Schultern, grüne Augen blitzend unter den tiefhängenden Lampen. Ich hatte natürlich von ihr gehört. Der aufstrebende Stern, selbstbewusst bis zur Arroganz, doch heute Abend, als Dirigent Victor Lang, war ich entschlossen, sie dem Willen der Musik zu beugen. „Nochmal“, befahl ich nach ihrem dritten stockenden Durchlauf des teuflischen dritten Satzes der Sonate. Meine Stimme hallte von den getäfelten Wänden wider, scharf wie ein Taktstockschnippen. Das Orchester war längst auseinandergegangen, nur wir beide blieben in diesem nach Stunden-Heiligtum, Notenblätter verstreut wie gefallene Blätter auf den Ständern. Julia senkte ihren Bogen, ihre hellen Wangen röteten sich nicht vor Verlegenheit, sondern vor Ärger. Sie richtete sich zu ihrer vollen 1,70 m auf, ihre enge schwarze Bluse schmiegte sich an ihre 32C-Kurven, der Bleistiftrock betonte lange Beine, gestählt von Jahren der Bühnenhaltung. „Victor, es liegt nicht am Tempo. Deine Interpretation erstickt die Linie. Beethoven verlangt Feuer, nicht dieses schleppende Zügeln.“ Ich trat näher, nah genug, um die schwachen blumigen Noten ihres Parfums mit Schweiß gemischt zu riechen. Ihr Blick bohrte sich in meinen,...

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Julias Celloflüstern entfacht verbotene Kadenzen

Julia Schmidt

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