Alexandras Petersburger Prisma zerbricht
Im zerbrochenen Spiegelkabinett des Dachbodens entzündet Nostalgie verbotene Flammen.
Alexandras zerbrochene Spiegel der Verzückung
EPISODE 5
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Die Dachbodenspiegel ihres Kindheitsguts fingen Alexandra Petrov in endlosen Reflexionen ein, ihr aschblondes Haar fiel wie Winterseide herab, eisblaue Augen hielten Geheimnisse, die ich jahrelang bewahrt hatte. Als Hausmeister hatte ich auf ihre Rückkehr gewartet, die Luft dick von Staub und unausgesprochenem Verlangen. Als sie in diesen prismatischen Raum trat, um das fünfte Stück ihrer zerbrochenen Vergangenheit zu suchen, wusste ich, dass die Reflexionen uns beide in Ekstase zerschmettern würden. Der Zug aus Wien hatte Alexandra zurück nach St. Petersburg unter einem Himmel schwer von Schneeversprechen abgesetzt, und sie kam direkt zum Familiengut, ihre Absätze hallten durch die großen Hallen wie eine Erinnerung, die ich lange unterdrückt hatte. Ich war seit über einem Jahrzehnt der Hausmeister hier, Nikolai Ivanov, pflegte das Petrov-Erbe, während die Welt ohne sie weiterspann. Aber jetzt war sie da, stieg die knarrenden Treppen zum Dachboden hinauf, angezogen von Geflüster über das fünfte Stück ihrer flüchtigen Sammlung – ein ornamentales Spiegel, von Staub verhüllt, den ihre Großmutter versteckt hatte. Ich folgte ihr in Abstand, mein Herz pochte in einem Rhythmus älter als das Haus selbst. Sie hielt an der Dachbodentür inne, ihr sehr langes aschblondes Haar schwang glatt ihren Rücken hinab, fing das schwache Licht ein, das durch schmutzige Dachfenster sickerte. „Nikolai“, sagte sie, ohne sich umzudrehen, ihre Stimme vornehm, durchzogen von diesem geheimnisvollen Unterton, der meine Träume heimsuchte. „Du hast es sicher gehalten.“ Ich trat näher, sog den schwachen Duft ihres Parfums ein, vermischt mit der modrigen Dachbodenluft. „Immer, Alexandra. Für dich.“ Unsere Blicke trafen sich im ersten enthüllten Spiegel, ihr eisblauer Blick durchdrang Jahre der Trennung. Sie war größer, als ich mich erinnerte, 1,75 m elegante Haltung in einem engen schwarzen Rock und weißer Bluse, die ihren schlanken Körper umschmeichelte. Wir sprachen von Kindheitssommern hier, ihr Lachen hallte leise, als sie sich erinnerte, wie sie...


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