Veras Blick der verborgenen Auswahl
Im Wirbel des Kolo beanspruchte ein Mannesblick sie, bevor seine Hände es taten.
Veras Einzigartiger Anspruch im Festival-Kader
EPISODE 1
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Die Trommeln pochten durch die Kopfsteinpflasterstraßen Belgrads wie ein Herzschlag, der zu wild war, um ihn zu bändigen, zogen alle in den uralten Rhythmus des Kolo, der tiefe Bass vibrierte von meinen Sohlen hoch in meine Brust, mischte sich mit dem scharfen Duft von gegrillten Čevapi und verschütteter Rakija, schwer in der Nachtluft. Ich stand am Rand der Menge, meine Kamera über der Schulter, der Lederriemen abgenutzt glatt von unzähligen Nächten wie dieser, aber ich fotografierte heute nicht – noch nicht, meine Finger juckten nicht nach dem Auslöser, sondern nach etwas viel Ursprünglicherem. Meine Augen hatten sie im Moment festgehalten, als sie in den Kreis trat, unwiderstehlich angezogen von der Art, wie ihr Körper den Raum beanspruchte, jede Schaukelung zündete einen Funken tief in meinem Bauch. Vera Popov nannten sie sie, obwohl ich ihren Namen damals nicht kannte, aber in diesem Augenblick war sie in mir eingebrannt wie eines meiner Abzüge, unauslöschlich. Ihre schlanke Gestalt schnitt durch die Tänzer wie eine silberne Klinge, langes glänzendes metallisches Silberhaar glatt und gerade, perfekt in der Mitte gescheitelt, schwang bei jedem Dreh, fing das Fackellicht in schimmernden Wellen ein, die meinen Puls beschleunigten. Sie trug eine traditionelle bestickte Bluse und einen vollen Rock, der dramatisch ausflackerte, schmiegte sich an ihre helle olivfarbene Haut und die eleganten Linien ihres 1,68 m großen Körpers, der Stoff flüsterte bei jedem Dreh gegen ihre Beine, betonte die subtile Kurve ihrer Hüften und den anmutigen Bogen ihres Rückens. Jubel brach um sie herum aus, rohe und freudige Stimmen verschmolzen zu einem Brüllen, das meine Gedanken ertränkte, aber sie tanzte, als schrumpfte die Welt auf nur Musik und ihre Füße zusammen, ihre bloßen Sohlen klatschten perfekt im Takt auf die Steine, verloren in einer Trance der Bewegung, die etwas Uraltes in mir weckte. Ich konnte nicht wegschauen, mein Atem...


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