Delfinas Nadel durchbohrt verhüllten Hunger
Tinte fließt wie Verlangen im schattigen Herzen von Buenos Aires
Delfinas schattige Tattoos der unersättlichen Herrschaft
EPISODE 1
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Die Luft in Delfina García' Tattoo-Studio hing dick von dem Geruch nach Tinte und Desinfektionsmittel, ein gritty Heiligtum versteckt im pulsierenden Herzen von Buenos Aires' San Telmo-Viertel. Neonlichter von der Straße flackerten durch schmutzige Fenster und warfen unregelmäßige Schatten über abgenutzte Lederstühle und Wände, die mit Skizzen von wilden Totenköpfen, mythischen Bestien und komplizierten Mandalas beklebt waren. Es war weit nach Mitternacht, die Stadt draußen lebendig von Tango-Rhythmen und fernem Lachen, aber drinnen waren nur wir – ich, Marco Valtieri, oberkörperfrei und bäuchlings auf ihrer Tattoo-Bank, und sie, die rätselhafte Künstlerin, deren Nadel ein massives Rückenstück in meine Haut fraß. Delfina war eine Vision roher Intensität, ihre pechschwarzen, zerzausten Wellen fielen lang über ihre Schultern und rahmten ein ovales Gesicht mit Mokkahaut ein, das unter den harten Neonröhren glühte. Mit 22 stand diese argentinische Rakete 1,68 Meter groß mit einem schlanken Körper, der sich wie flüssige Leidenschaft bewegte – schmale Taille, mittelgroße Brüste, die sich gegen ihr enges schwarzes Tanktop pressten, das mit schwachen Tintenflecken verschmiert war. Ihre schokoladenbraunen Augen klebten mit unerbittlicher Konzentration an ihrer Arbeit, aber ich erwischte die Blicke, wie sie zu meinem Gesicht huschten, wenn sie dachte, ich schau nicht hin. Ich hatte ihr Studio auf gut Glück gewählt, angezogen von Gerüchten über ihre unübertroffene Kunst bei Großformaten, aber jetzt, als ihre behandschuhten Hände meine Schultern festhielten, spürte ich etwas Tieferes brodeln. „Dieser Drache wird sich über deinen ganzen Rücken wühlen, Marco“, murmelte sie mit ihrem rauen Akzent, die Nadel summte wieder zum Leben. Ihr Atem war warm an meinem Ohr und jagte mir einen ungewollten Schauer den Rücken runter, trotz des Stechs. Ich war kein Fremder für Schmerz – Importe durch die Unterwelt der Stadt hatten mich abgehärtet –, aber ihre Nähe war eine andere Qual. Das Studio fühlte sich enger an, aufgeladen, wie Gewitterwolken...


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