Sophias enthülltes Manuskript
Flüstern verbotener Prosa entzünden ein Feuer, das kein Archiv bändigen kann
Sophias Archivverse der Enthüllung
EPISODE 4
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Das schwache Licht des Restaurierzimmers im Archiv warf lange Schatten über die alten Manuskripte, die auf dem breiten Eichen Tisch verstreut lagen, ihre brüchigen Ränder krümmten sich leicht unter dem fahlen Schein der antiken Messinglampe, die leise in der Stille summte. Die Luft war dick vom muffigen Duft von gealtertem Pergament und Tinte, ein Parfüm vergessener Jahrhunderte, das sich an jeden Atemzug klammerte, den ich nahm. Sophia stand da, ihr schmutzig blondes asymmetrisches Seitenscheitel rahmte ihr Gesicht wie ein Schleier aus Geheimnissen ein, die ungleichmäßigen Strähnen fingen das Licht so auf, dass sie schimmerten wie geflüsterte Geständnisse, Waldgrüne Augen starrten in meine mit einer Intensität, die meinen Puls beschleunigte, schwer pochend in meinen Ohren, als würde er den raschen Schlag meines Herzens gegen die Rippen widerhallen. Ich hatte Wochen damit verbracht, das Puzzle ihres Pseudonyms zusammenzusetzen, jene sinnlichen Passagen, die meine Nächte heimsuchten, ihr Rhythmus spiegelte den Schwung ihrer Hüften wider, den ich in Vorlesungen flüchtig erhascht hatte, und jetzt stand sie hier, enthüllt in Fleisch und Feuer. Sie war gekommen, um mich wegen des Pseudonyms zur Rede zu stellen – ihrer verborgenen Stimme hinter jenen sinnlichen Seiten, die ich aufgedeckt hatte, Seiten, die von Hingabe und Befehl kündeten in einer Stimme, die so intim ihre war, dass sie etwas Ursprüngliches in mir geweckt hatte, schon bei der ersten Lektüre. »Professor Laurent«, sagte sie, ihr kanadischer Akzent weich, doch mit Herausforderung geschärft, die Worte rollten von ihrer Zunge mit dem melodischen Auf und Ab, das typisch für ihre Quebec-Wurzeln war, mit einer Wärme, die dem kühlen Zug aus den hohen Bogenfenstern widersprach, »Sie haben meine Worte gelesen. Und jetzt?« Ihre Frage hing in der Luft, durchtränkt von einer Kühnheit, die ich nicht voll erwartet hatte, ließ meinen Hals eng werden, während ich mir den Machtwechsel vorstellte, den sie begehrte. Ich...


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