Juliats Glockenturm-Folgenbeben
Risikogeflüster hallt inmitten der Stadtlichter wider, wo Verlangen die Höhen trotzt
Juliens geflüsterte Altäre der hingebungsvollen Gier
EPISODE 5
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Der Wind trug Juliats Parfüm die Wendeltreppe der Clérigos Tower hinauf, wo ich im schattigen Glockenturm wartete, mein Puls hallte das ferne Läuten von Portos Nachtleben weit unten wider. Dieser Duft – Jasmin durchsetzt mit dem salzigen Hauch des Douro-Flusses – umhüllte mich wie ein Vorspiel zum Chaos, weckte Erinnerungen an unsere letzte verstrickte Nacht in den versteckten Gassen der Stadt, wo Grenzen in Vergessenheit geraten waren. Ich lehnte mich gegen die kalte Steinbrüstung, die raue Textur biss in meine Handflächen, starrte hinaus auf das ausgedehnte Meer flackernder Lichter, das den Ribeira-Bezirk in Amber- und Goldtönen malte. Die Höhe des Turms ließ alles zerbrechlich wirken, ein Schwindel der Bloßstellung, der dem emotionalen Abgrund entsprach, auf dem wir balancierten. Ihre dunklen Augen trafen meine inmitten der flackernden Porto-Lichter unten, durchdrangen die Schatten mit einer Intensität, die mir einen Schauer den Rücken jagte, unabhängig von den kalten Windstößen, die durch die offenen Bögen peitschten. Ein Sturm unausgesprochener Folgen braute sich zwischen uns zusammen – Geflüster von Skandalen in den engen Expats-Kreisen, der Kick verbotener Leidenschaft, die Leben zerreißen könnte, ihre Ehe ein Geist, der in jedem Blick schwebte. Ein Schritt näher, und die Luft verdichtete sich mit dem Versprechen der Hingabe – oder Abrechnung, ihre Präsenz verstärkte das elektrische Summen in meinen Adern, die Art, wie ihr Atem sich mit meinem mischen könnte, heiß und drängend gegen die kühle Nacht. Ich konnte mir schon die Seide ihrer olivbraunen Haut unter meinen Fingern vorstellen, die Kurve ihrer schmalen Hüften, die sich in mich pressten, doch Zweifel nagten an den Rändern: War das die Nacht, in der wir voll entbrannten, oder die, in der die Realität zuschlug? In diesem aufgehängten Moment oben auf der Welt wusste ich, dass die Beben unserer letzten Begegnung bei Weitem nicht vorbei waren, ihre Nachwirkungen durchzogen meine Gedanken, versprachen...


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