Giangs sturmgefesseltes Herzensgericht
Sturmzerfetzte Höhle entzündet verbotene Feuer des Überlebens und der Hingabe
Giangs Korallen-Schleier der erwachenden Gezeiten
EPISODE 5
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Der Sturm heulte wie ein rachsüchtiger Geist über die zerklüfteten Klippen von Ha Long Bay, peitschte Regen in einen wütenden Schleier, der die Grenze zwischen Meer und Himmel verwischte. Giang Ly kauerte im flachen Eingang einer Höhle, ihr hellbraunes Haar zu einem niedrigen Dutt gebunden, nun durchnässt und an ihre hellgebräunte Haut klebend. Mit 26 Jahren strahlte das ovale Gesicht der vietnamesischen Taucherin eine rätselhafte Anziehungskraft aus, ihre dunkelbraunen Augen spiegelten das flüchtige Leuchten der Blitze wider. Ihr schlanker 1,68-m-Körper, umhüllt von einem triefenden Neoprenanzug, der ihre mittelgroßen Brüste und schmale Taille umschmiegte, zitterte unter dem unerbittlichen Ansturm. Neben ihr scannte Theo Hale, der raue australische Entdecker mit sonnengebleichtem Haar und stechend blauen Augen, die brodelnden Wasser unten. Lena Voss, die scharf geschnittene deutsche Fotografin, umklammerte ihre Kameratasche, ihr athletischer Körper angespannt. Und Kai Nguyen, Giang's unterworfener Rivale-Taucher, locker mit Seil aus ihrer Ausrüstung gefesselt nach seinem früheren Verratversuch, saß schmollend in der Ecke, seine muskulöse Gestalt tropfend. Donner krachte über ihnen, löste Kiesel aus der Höhlendecke. Die Gruppe hatte hier Zuflucht gesucht während eines plötzlichen Regens, während sie Unterwassergrotten für einen Dokumentarfilm kartierten. Nun stieg die Flut höher, sperrte sie ein, während Wellen nur Meter entfernt krachten. Giang's Finger strichen über das alte Amulett um ihren Hals – ein jadegrünes Pendel, das schwach mit innerer Wärme pulsierte, ein Relikt von ihrem verstorbenen Bruder, der vor Jahren in diesen gleichen tückischen Gewässern verloren ging. Sie spürte seinen leisen Puls an ihrer Brust, eine Erinnerung an unausgesprochenen Kummer. Theo warf ihr einen Blick zu, seine Stimme schnitt durch den Sturm. „Wir müssen Wärme sparen. Wetze Zeug ausziehen, zusammen kuscheln.“ Lena nickte, ihre pragmatische Art setzte ein, während Kai trotzig murmelte, seine Augen zu Giang huschten mit anhaltendem Groll. Die Luft drinnen wurde dick von Salz und Verzweiflung, die feuchten Höhlenwände glänzten...


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