Dianas transsilvanischer Dämmerungsanspruch
Am Rand der Welt beanspruchte sie die Dämmerung und den Mann, der ihren Schatten warf.
Dianas Schatten: Der Karpatenfremde beansprucht sie
EPISODE 6
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Der Wind peitschte über die zerklüfteten Gipfel der Karpaten, als das erste Licht der Dämmerung in den Himmel blutete und die nebelverhangenen Täler unten in Schattierungen von Karmesin und Gold malte. Ich stand da, das Herz pochte wie ein Kriegstrommel, und wartete auf sie. Diana Stanescu. Die Frau, die mich Faden für Faden in diesen wilden transsilvanischen Nächten auseinandergenommen hatte. Ihre Silhouette tauchte aus dem Nebel auf, lange Göttinnen-Zöpfe schwangen wie dunkle Schlangen, ihre grau-blauen Augen durchdrangen das Halblicht mit diesem rätselhaften Feuer. Sie bewegte sich mit der Anmut eines Raubtiers, elegant und unzähmbar, ihre schlanke Gestalt in ein fließendes schwarzes Kleid gehüllt, das sich an ihre helle Haut schmiegte wie ein Flüstern des Geliebten. Unsere Blicke trafen sich, und in diesem Moment verdichtete sich die Luft mit unausgesprochenen Versprechen. Das war kein bloßer Abschied; das war eine Abrechnung, ein Anspruch, der auf dem Gipfel gesteckt wurde, wo Legenden geboren wurden. Ich spürte es in den Knochen – der Sog ihres Geheimnisses, der Schmerz meiner eigenen verborgenen Narben, die ihren spiegelten. Folklore hatte uns beide verflucht, Schatten von Wölfen und Vampiren, die unsere Blutlinien heimsuchten, aber hier, am Rand der Welt, würden wir die Geschichte umschreiben. Ihr halbes Lächeln lockte, und ich wusste: Hingabe war der einzige Weg, der blieb. Sie näherte sich langsam, Kies knirschte unter ihren Stiefeln, jeder Schritt bedacht, als ob der Berg selbst ihrem Willen nachgab. Ich hatte diese Höhen in meiner Jugend hundertmal erstiegen, um Geister alter Lupu-Geschichten zu jagen – Werwolfblut soll in meinen Adern fließen, ein Familienfluch, der mich isoliert ließ, für immer den Außenseiter in unserem Dorf unten. Aber Diana, mit ihrer Stanescu-Abstammung, von der geflüstert wurde, sie trage Vampirechos, verstand diese Einsamkeit besser als jeder andere. Wir hatten darum in heißen Nächten getanzt, aber es nie laut ausgesprochen. Nun, an diesem...


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