Aylins Nachttauchgang entfacht eifersüchtige Gezeiten
Mondbeschienene Wellen brechen, während Rivalität in besitzergreifendem Hunger ertrinkt.
Aylins Saphirtiefen sehnen sich nach wilden Strömungen
EPISODE 3
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Das Salzwasser klebte an ihrer Haut wie ein Liebesflüstern, ihre honigbraunen Augen forderten meine unter dem fahlen Mondschein heraus. Aylin Yildiz, das süße Feuer des Tauchteams, hatte mich heute Nacht zu weit getrieben. Gestrandet auf diesem dunklen Strand nach unserem rücksichtslosen Nachttauchgang, kochte die Rivalität, die zwischen uns geschwelt hatte, über. Ich konnte Kerems Ausstellungsflüstern noch hören – ihr anonymes Bild fachte eifersüchtige Gezeiten an. Aber hier, allein mit den Wellen, wollte ich beanspruchen, was er nur auf Leinwand gefangen hatte. Der Nachttauchgang hatte als normale Trainingseinheit begonnen, aber mit Aylin wurde nie etwas Routine. Sie war der neue Star unserer Tauchcrew, gerade achtzehn, mit olivfarbener Haut, die sogar im schwachen Laternenlicht des Boots glühte. Süß wie türkisches Lokum, warm wie eine sommerliche Ägäisbrise, aber mit einem Wettkampfgeist, der mein Blut in Wallung brachte. Ich war seit Wochen ihr Rivale als Ausbilder, Baris Demir, immer einen Tiefenrekord, eine Zeit, eine Wagnis voraus. Heute Nacht, unter dem Schutz der Dunkelheit, hatte ich sie herausgefordert, tiefer zu gehen, meinen Abstieg in das tintenblaue Blau zu matchen. Wir hatten uns nebeneinander eingekleidet, ihr langes, reiches braunes Haar in weichen Wellen zurückgebunden, diese honigbraunen Augen fixierten meine mit diesem trotzigen Funken. „Glaubst du, du kannst mithalten, Baris?“, hatte sie mich geneckt, ihre Stimme leicht, aber mit Feuer durchzogen. Ich grinste, zog meinen Neoprenanzug fest zu. „Nur, wenn du nicht zuerst kneifst, Aylin.“ Das Wasser verschluckte uns ganz, kalt und aufregend, biolumineszente Spuren flackerten wie Sterne in unserem Kielwasser. Aber als wir auftauchten, keuchend, stotterte der Motor des Boots tot – irgendein Idiotenfehler mit der Treibstoffleitung. Gestrandet Meilen von der Küste entfernt, schwammen wir hart, die Strömung zog uns zu diesem verlassenen Sandmond, gebadet im Mondlicht. Wellen leckten an unseren Beinen, als wir ans Ufer taumelten, Flossen und Masken abstreiften. Ihr Neoprenanzug klebte wie eine...


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